Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach sich erneut gegen Staatshilfen für den Konzern aus und warf der Arcandor-Führung Fehler vor. Bei Arcandor habe es “ein erhebliches Missmanagement mit äußerst ungünstigen Vertragsgestaltungen, zum Beispiel bei den Mietverträgen” gegeben, sagte Merkel der “Bild am Sonntag”. “Da ist es überhaupt nicht einzusehen, warum manche in der SPD den deutschen Steuerzahler mit einem Risiko belasten wollen und nicht vielmehr an diesen Ursachen ansetzen. ”
Die Standorte von Karstadt seien attraktiv, so dass für viele eine Fortführung wahrscheinlich sei, wenn die Eigentümer und die Gläubiger einen Beitrag leisteten, so Merkel. “Ich empfinde es aber als Zumutung, wenn Leute nach dem Staat rufen, die selbst etwas tun müssen. ”
Brigitte Zypries (SPD) hat am vergangenen Donnerstag in einem Brief ihre nordrhein-westfälische Ressortkollegin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU) gebeten, die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen Thomas Middelhoff zu prüfen. Nach Informationen des SPIEGEL schreibt Zypries, sie sei “angesichts der laufenden Bemühungen um die Rettung der Arcandor Chart zeigen AG sehr beunruhigt” über Presseberichte, die sich mit den “Immobiliengeschäften der Arcandor AG unter … Middelhoff” befassten. Dabei geht es um Beteiligungen Middelhoffs und seiner Ehefrau an Immobilienfonds, die Gebäude zu außergewöhnlich hohen Mieten an den zu Arcandor gehörenden Karstadt-Konzern verpachten.
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