Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 14.09.2021

IMK-Konjunkturindikator schaltet von „grün“ auf „gelbgrün“

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Die Aussichten auf einen konjunkturellen Schlussspurt im Jahr 2021 haben sich weiter eingetrübt. Das signalisiert der Konjunkturindikator des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung. Der nach dem Ampelsystem arbeitende Indikator schaltet von „grün“ auf „gelbgrün“. Damit prognostiziert er für den Zeitraum von September bis Ende November statt eines überdurchschnittlichen ein durchschnittliches Wachstum, gemessen am langjährigen Mittel. Konkret ist die Wahrscheinlichkeit für einen Wirtschaftsboom mit deutlich überdurchschnittlichem Zuwachs auf jetzt 40,1 Prozent gesunken, nach 50 Prozent im August. Das Risiko, dass die deutsche Wirtschaft in den kommenden Monaten in eine erneute Rezession geraten könnte, ist im Vergleich zwar weiterhin niedrig, hat aber von 11,4 auf jetzt 19,3 Prozent zugenommen. Die statistische Streuung im Indikator, ein Maß für die Unsicherheit von Wirtschaftsakteuren, ist leicht gestiegen. Der Indikator bündelt die aktuell verfügbaren Daten über die Wirtschaftslage.

Dass die neue Prognose des Indikators gedämpfter ausfällt, liegt vor allem an den Lieferengpässen, insbesondere bei Halbleitern, und gestiegenen Preisen bei Rohstoffen und Vorleistungen. Sie sorgen dafür, dass sich die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe nur langsam erholt, ganz im Gegensatz zu den dynamisch wachsenden Auftragseingängen. Damit einhergehend hat sich auch die Stimmung in der deutschen Wirtschaft verschlechtert.

„Der Aufschwung bleibt intakt, aber die Bäume wachsen nicht in den Himmel. Statt einer kräftigen Beschleunigung werden wir im Schlussquartal ein eher moderates Wachstum sehen“, fasst IMK-Forscher Dr. Thomas Theobald den Trend zusammen. Dabei seien die Lieferengpässe als Begleiterscheinung des weltwirtschaftlichen Neustarts nach der tiefen Corona-Krise 2020 „grundsätzlich ein temporäres Problem“, sagt Theobald. „Die angebotsseitigen Anpassungen werden kommen, aber sie brauchen mehr Zeit als zunächst erwartet, sodass sich die Engpässe auch noch in der ersten Jahreshälfte 2022 dämpfend auf die Produktion auswirken.“ Zudem erhole sich der private Verbrauch aufgrund des Wiederanstiegs bei den Corona-Infektionszahlen noch nicht so stark wie erhofft.

Quelle: Hans-Böckler-Stiftung



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